Was ist Ambidextrie – kurz erklärt

Zwei Frauen und ein Mann sitzen auf dem Boden. Vor ihnen ein Blatt Papier mit einer Zeichnung einer großen, gelben Glühbirne. Alle drei halten die Hände in die Höhe und lachen.

Ambidextrie beschreibt die Fähigkeit, gleichzeitig zwei unterschiedliche Denk- und Handlungslogiken in einer Organisation zu vereinen: Effizienz und Stabilität auf der einen, Innovation und Wandel auf der anderen Seite. In einer zunehmend komplexen Welt ist genau diese Balance entscheidend. Denn Organisationen müssen heute gleichzeitig Bestehendes absichern und Neues gestalten.

Bei KL-Beratung sehen wir in Ambidextrie nicht nur einen Begriff, sondern ein strategisches Prinzip, das wirksam zur Zukunftsfähigkeit von Unternehmen beiträgt.

Ambidextrie – Bedeutung und Ursprung

Was bedeutet Ambidextrie? Ursprünglich stammt der Begriff aus der Biologie und beschreibt Beidhändigkeit. Übertragen auf Organisationen bedeutet Ambidextrie Beidhändigkeit im strategischen Denken und Handeln: Das gleichzeitige Meistern von alltäglichen Routinen und das Erforschen neuer Wege.

Im Deutschen spricht man daher oft von organisatorischer Ambidextrie oder auch von struktureller Ambidextrie, wenn es um die gezielte Verankerung beider Perspektiven in Aufbau und Abläufen geht. Dabei handelt es sich nicht um ein Modewort, sondern um einen ernstzunehmenden Ansatz für modernes Organisationsdesign.

Ambidextrie in Organisationen: Warum beides notwendig ist

Ambidextrie in Organisationen bedeutet, dass Unternehmen fähig sind, sowohl explorativ als auch exploitativ zu agieren.

  • Exploitativ: Bestehende Prozesse und Geschäftsmodelle effizient nutzen und optimieren.
  • Explorativ: Neue Ideen, Innovationen und Märkte entwickeln.

Viele Organisationen neigen dazu, sich einseitig zu fokussieren. Doch in einer Zeit rasanter Veränderungen ist das Gleichgewicht entscheidend.

Eine beidhändige Organisation kann gleichzeitig Stabilität sichern und auf Wandel reagieren. Genau darin liegt das Potenzial von Ambidextrie Organisation.

Wirkungsebenen ambidextrer Organisationen:

Die Umsetzung von Ambidextrie betrifft mehrere Wirkungsebenen:

  • Strukturebene: Über getrennte oder integrierte Bereiche können strukturelle Ambidextrie-Modelle geschaffen werden, die operative und innovative Einheiten bewusst nebeneinanderführen.
  • Führungsebene: Ambidextrie verlangt Führungskräften eine hohe Dilemmakompetenz ab. Sie müssen zwischen Stabilisierung und Erneuerung balancieren. Auch die Mitarbeiterführung spielt eine zentrale Rolle: Unterschiedliche Führungsansätze – situativ, empathisch, zielorientiert – sind gefragt, um sowohl effizienz- als auch innovationsgetriebene Teams zu führen. KL-Beratung unterstützt hier mit gezieltem Führungskräftecoaching.
  • Kulturebene: Eine Kultur, die sowohl Fehler zulässt als auch Disziplin lebt, ist essenziell.
  • Kommunikation & Marke: Eine ambidextre Organisation muss auch nach außen hin stimmig auftreten. Es geht um die gezielte Innen- und Außenwirkung von Organisationen.

Unsere Trainings helfen dabei, diese Ebenen zu erkennen, zu entwickeln und nachhaltig zu verankern.

Ambidextrie als strategisches Instrument im Change-Prozess

Besonders in Change-Prozessen zeigt sich die Wirksamkeit von Ambidextrie. Wenn neue Strategien implementiert, Marktveränderungen gemeistert oder Strukturen angepasst werden, ist die Fähigkeit zur gleichzeitigen Stabilisierung und Erneuerung zentral.

Ein Beispiel: Eine Organisation möchte in einen neuen digitalen Markt expandieren, ohne das bestehende Kerngeschäft zu vernachlässigen. Hier bietet organisatorische Ambidextrie einen klaren Handlungsrahmen.

Gerade in Veränderungsprozessen sind die Flexibilität und Lernfähigkeit der Mitarbeitenden besonders gefordert. Führung und Kommunikation müssen diese Anforderungen frühzeitig antizipieren und entsprechende Voraussetzungen schaffen – durch Transparenz, Dialog, Vertrauen und klare Orientierung.

Doch die Umsetzung ist anspruchsvoll. Deshalb begleitet KL-Beratung Unternehmen bei der Entwicklung ambidextrer Strukturen mit einem Mix aus Beratung, Trainings und begleitendem Coaching.

Ambidextrie im Mittelstand und in Konzernen

Die Anforderungen an Ambidextrie Organisation unterscheiden sich je nach Unternehmensgröße deutlich. Im Mittelstand sind oft kürzere Entscheidungswege und größere operative Nähe vorhanden – ideale Voraussetzungen für schnelle Innovation. Gleichzeitig fehlt es mitunter an systematischer Steuerung oder klarer Ressourcentrennung.

In Konzernen wiederum existieren häufig bereits spezialisierte Strukturen und Innovationsbereiche. Doch hier können starre Prozesse und bürokratische Hürden die Umsetzung ambidextrer Ansätze erschweren.

KL-Beratung kennt beide Welten und unterstützt Unternehmen dabei, ambidextre Strukturen und Denkweisen in ihrem jeweiligen Kontext wirksam zu verankern – praxisnah, pragmatisch und strategisch fundiert.

Typische Fehler bei der Umsetzung ambidextrer Strukturen

Viele Organisationen scheitern nicht am Willen zur Ambidextrie, sondern an der Umsetzung. Typische Fehler sind:

  • Eine zu starke Trennung von Innovations- und Kerneinheiten ohne Verbindung oder Wissenstransfer
  • Fehlende Kommunikation oder Unsicherheit im Team, wie mit widersprüchlichen Anforderungen umzugehen ist
  • Keine klare Führung – Ambidextrie erfordert Orientierung, keine Beliebigkeit
  • Einseitige Fokussierung: Innovation ohne Absicherung oder Stabilität ohne Dynamik

Ambidextrie Organisation verlangt ein bewusstes Gestalten. KL-Beratung hilft dabei, Stolperfallen frühzeitig zu erkennen, systemisch zu reflektieren und pragmatisch zu lösen.

Blick in die Zukunft: Ambidextrie als Entwicklungspfad

Die Anforderungen an Organisationen wachsen. Mit der Dynamik von Märkten, Technologien und Gesellschaften steigt der Druck, sowohl lernfähig als auch robust zu sein. Ambidextrie ist kein Ziel, das einmal erreicht wird – sie ist ein stetiger Lern- und Entwicklungsprozess.

In einer von Unsicherheit und Komplexität geprägten Welt – Stichwort VUCA oder BANI – brauchen Organisationen die Fähigkeit, sich permanent weiterzuentwickeln. Ambidextrie bietet dafür einen stabilen Denkrahmen und konkrete Handlungsmöglichkeiten.

KL-Beratung begleitet Organisationen dabei, diesen Weg nicht nur zu starten, sondern kontinuierlich weiterzugehen – mit systemischer Klarheit, methodischer Vielfalt und einem tiefen Verständnis organisationaler Dynamik.

Was ist Ambidextrie? Sie ist mehr als ein Konzept. Sie ist eine Antwort auf die komplexe Realität moderner Organisationen. Wer sie beherrscht, kann stabilisieren und erneuern – gleichzeitig.

KL-Beratung ist Ihr Partner, wenn es darum geht, diese Fähigkeit in Ihrer Organisation aufzubauen. Gemeinsam schaffen wir Strukturen, in denen Innovation und Effizienz kein Widerspruch sind.

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